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JUNI
05

Garten-Lust & -Frust für Anfänger

Capability-Brown

Wenn Lancelot Brown im 18. Jahrhundert die ausschweifenden Ländereien seiner Auftraggeber überblickte, sprach er am liebsten von all den «Capabilities», den Möglichkeiten, die er sah, die Parks & Weiden eindrücklich zu verschönern. Der grosse britische Landschafts-Architekt wurde daher als Capability Brown bekannt.

Beginnen wir mit einem kurzen Blick auf die Entwicklung der Garten-Kunst während der letzten Jahrhunderte, bevor wir uns den eigenen Gärten & Terrassen zuwenden.

Im 17. Jahrhundert dominierten in den gehobenen europäischen Gärten gerade Linien, rechteckige Formen, akkurat gestutzte Hecken & Beete, perfekte Rasen-Flächen, sorgfältig arrangierte Kunstwerke, dazwischen auch mal ein Labyrinth – all das, was die Natur nicht einfach so hergab, sondern was mit viel Arbeit & Aufwand gebaut, geformt und unterhalten werden musste. Diese formalen Gärten stellten zur Schau, dass man Herr über die Natur war – und sich den enormen diesbezüglichen Aufwand leisten konnte.

Im 18. Jahrhundert entstanden die klassischen englischen Landschaftsgärten, die mit «natürlicher» Schönheit, Offenheit, Weite und geschickt platzierten Blickfängen verzauberten. Capability Brown etwa schuf riesige Landschafts-Gemälde, die ganz natürlich aussahen, aber das Resultat enormer Aufwendungen und technischer Meisterleistungen waren. Bäume wurden gefällt, umgepflanzt und neu gesetzt. Künstliche Seen wurden angelegt, die wie Flüsse aussahen, malerische Brücken in die Landschaft gestellt, überhaupt die gesamte Topografie optimiert. Brown liess auch sogenannte «Ha-Has» anlegen, von weitem unsichtbare Gräben, die das kostbare Vieh in Schach hielten. Sie ersetzten Zäune, die vorher den Blick übers Land beeinträchtigt hatten.

Im 19. Jahrhundert kamen Farbe & Exotik ins Spiel, man zog in die Welt hinaus und brachte exotische Pflanzen aus aller Herren Länder mit nach Hause, die dann in den heimischen Gärten wie Trophäen ausgestellt wurden. Erfindungen wie der «Ward’sche Kasten», ein einfaches portables Mini-Gewächshaus, erleichterten diese Expeditionen ungemein. Für die vielen exotischen Pflanzen brauchte es jetzt Gewächshäuser, und sie wurden immer grösser & ausgefeilter. Die ständig steigende Pflanzen-Vielfalt brachte Farbe in die Gärten. Wo früher grün dominierte, liessen sich nun bunte Teppich-Beete anlegen. Garten-Zeitschriften kamen auf, und erstmals wurden im grösseren Stil Park-Anlagen zur Erholung für Arbeiter bzw. für die Allgemeinheit angelegt.

Im 20. Jahrhundert erfolgte dann sozusagen die «Demokratisierung» der Pflanzen & Gärten. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Pflanzen für (fast) jedermann erschwinglich, und immer mehr Menschen legten sich einen Garten oder einen kleinen Schrebergarten zu. Gärtnereien, Baumschulen, Garten-Center und später auch Baumärkte offerierten eine immer grössere Vielzahl an Pflanzen für alle möglichen Bedürfnisse & Vorlieben. Nach dem Krieg hielten motorisierte Garten-Geräte Einzug, und laufende technische Verbesserungen erleichterten so manches in Haus & Garten. Und die Liebe zum Grünzeug ist ungebrochen – man braucht sich nur umzuschauen!

Und da stehen wir also heute im Baumarkt, in der Gärtnerei, im Garten-Center und blicken unsererseits auf eine Vielzahl von «Capabilities» …

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MäRZ
01

Alzheimer & Demenz – Vorbeugen mit Herz & Hirn & Humor

Freddy-Bild

Es gibt verschiedene Formen von Demenz – die häufigste ist Alzheimer, sie betrifft knapp zwei Drittel der Demenz-Patienten. Menschen fortgeschrittenen Alters leiden auch häufig unter der sogenannten Alters-Demenz. «Jede Kleinigkeit wird eine Grossigkeit», hat Schauspieler Walter Giller über das Alter gesagt – und im Falle von Demenz wird jede Kleinigkeit eine Riesigkeit. Einfache Alltags-Handlungen sind früher oder später unüberwindbare Hindernisse.

Es kann jede & jeden treffen. Wie etwa den früheren Fussballer & Sport-Manager Rudi Assauer («schönster Bundesliga-Spieler der frühen 70er Jahre»), Ruhrpott-Macho, Frauen-Flüsterer, Werbe-Star und begnadeter Selbst-Darsteller. Immer eine Zigarre im Mund und nie verlegen um einen dreisten Spruch. Bis sich Alzheimer bemerkbar machte.

Oder Schauspieler & Entertainer Harald Juhnke, der sich von Media Markt für die «Ich-bin-doch-nicht-blöd-Kampagne» engagieren liess – und kurz darauf an schwerer Demenz erkrankte.

Oder Gunter Sachs, den ewig als «Playboy» apostrophierten Society-Liebling, Mathematiker & Künstler, der seinen Abschieds-Brief noch selbst verfassen konnte: «In den letzten Monaten habe ich durch die Lektüre einschlägiger Publikationen erkannt, an der ausweglosen Krankheit A. zu erkranken. Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten.»

Oder Walter R., einen Bekannten aus meiner Nachbarschaft, der ein Geschäft mit 150 Mitarbeitern führte und Anfang 60 an Demenz erkrankte. Zuerst leichte Demenz, die sich im Laufe der Jahre kontinuierlich verschlechterte – eine langsame, lange Rolltreppe abwärts. Nicht zuletzt sorgsame Rundum-Pflege zu Hause ermöglichte ihm unglaubliche 30 Jahre weitere Lebenszeit. Vor fünf Jahren ist Walter verstorben, mittlerweile Anfang 90, schwerst-dement und am Ende auch noch Bein-amputiert.

Oder meinen Vater Freddy – im Bild oben mit meiner Mutter, die Mitte der 90er Jahre verstorben ist. Dieser Verlust hat eine riesige Lücke in seinem Leben hinterlassen. Mein Vater war lange Jahre liebevoll umsorgt worden, und was Haushalt-Arbeiten betraf, ziemlich hilflos. Nach dem Tod meiner Mutter hatte er überdies angefangen, sich an Gegenständen «festzuklammern» und schrittweise in eine sogenannte Messie-Erkrankung abzudriften. Im Laufe der Jahre stellten sich in der zunehmenden Isolation immer stärkere Anzeichen von Demenz ein. 2015 ist Freddy nach einem längeren Leidensweg schwerst-dement verstorben.

Demenz & Alzheimer sind teilweise genetisch bedingt, aber wir können auch eine ganze Menge selber tun, um vorzubeugen – im wahrsten Sinne des Wortes mit Herz, Hirn & Humor! Alois Alzheimer, der Entdecker der später nach ihm benannten Alzheimer-Krankheit hätte da sicherlich zugestimmt. Der deutsche Arzt, der in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg wirkte, war nämlich ein Scherzbold und liess sich trotz allerlei Schicksalsschläge nicht den Humor nehmen. Gerne verkleidete er sich etwa als Landstreicher oder Bettler und bat an seinem eigenen Institut um Almosen. Und freute sich, wenn er von niemandem erkannt wurde – Mitarbeiter wohlgemerkt, nicht Demenz-Patienten! Es muss ein fruchtbares Arbeits-Klima gewesen sein rund um Alois Alzheimer, sind doch auch zwei seiner Assistenten, Creutzfeldt & Jakob, in die Medizin-Geschichte eingegangen.

Schauen wir uns also genauer an, was wir tun können.

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JAN.
01

60,000 Reasons for Decluttering with Master Morris

Have-nothing-Lisa-Congdon-2

This is the easiest decluttering method you will ever come across!

Everybody can use it and start anywhere, anytime, almost anyhow. And the «Morris Method» can be a lifelong companion – as it is and will be for me. (Illustration above by Lisa Congdon, http://lisacongdon.com/blog)

Let’s start with a «classic» by the brilliant comedian, author & social critic George Carlin:

«A Place for my Stuff» (5 minutes)
https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=JLoge6QzcGY

«Their stuff is sh!t – but your sh!t is stuff!» That was back in 1981 – and it’s gotten so much worse since then. We are drowning in stuff, clutter has gotten out of hands, and it's having an increasing impact on our lives. So we read articles & books on decluttering, seek advice from other people and the media or even hire a coach. There are plenty of products & services out there; our prevailing zeitgeist demands to declutter. And letting go of painful thoughts & emotions as well. We prompt ourselves: Get rid of that clutter in the house and that nonsense in the head and bring in the magic, please!   

The mundane subject «decluttering» combined with a decent portion of wellness, spirituality & esoterism and a strong desire for magic, brings out an international bestseller like «The Life-Changing Magic of Tidying Up» (by Japanese author & organizing consultant Marie Kondō).

Or we could follow a more European approach like «The Gentle Art of Swedish Death Cleaning». Death Cleaning is an old tradition especially in Nordic countries. But we also know it in other parts or Europe, like Switzerland for example, where I come from. It’s about freeing ourselves and especially our families from a lifetime of clutter – any time before we die. The process of clearing out unnecessary belongings can be undertaken at any age or life stage, but essentially before others have to do it for us!

Or we can read any of the countless other books on decluttering matters.

But we don’t have to. There is a much easier way with just one brilliant sentence from the 19th century!

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