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JUL
02

Management by Kaiserschmarrn

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Management Styles gibt es jede Menge: «Management by Motivation», «Management by Results», «Management by Delegation» und viele andere mehr. Heute lernen wir einen weiteren kennen: Management by Kaiserschmarrn bzw. Management by Kaiserschmarrn & Hidden Agenda. Es handelt sich im vorliegenden Fall um eine wahre Geschichte. Sie hat sich zwischen Sommer 2016 und Sommer 2019 wie folgt zugetragen. Alle Namen wurden geändert – aber die Misere ist leider echt. Natürlich könnte sich die Story in ähnlicher Form auch in anderen Firmen zugetragen haben. Kaiserschmarrn wird vielerorts geköchelt …

Führung heisst nicht zuletzt, Menschen so zu behandeln, wie man selbst gerne behandelt werden möchte. In Wirklichkeit ist aber oft ein Teil des Lohnes Schmerzensgeld bzw. Schmutz-Zulage. Manch einer vermutet den Nabel der Welt auf dem eigenen Bauch. Kann mir mal bitte jemand das Wasser reichen?

Es sollte sich eigentlich herumgesprochen haben, dass Human-Kapital eine wertvolle Ressource ist, die man nicht mit Füssen tritt. Aber es gibt immer noch Führungskräfte, die stecken einem von hinten lächelnd das Messer zwischen die Rippen und legen mit einem kräftigen Tritt in den Hintern nach. Dass sie sich dabei gelegentlich die eigenen Haxen verrenken, fällt nicht weiter auf. Denn viele in moderner Management-Esoterik gebadete Schaumschläger sind immer von irgendetwas total begeistert. Am allermeisten von sich selbst. Selbst-Optimierung und Lifestyle-Spiritualität findet man mittlerweile überall – selbst die Bücher von Donald Trump sind voll davon: «When you decide to be something, you can be it.» Die alte esoterische Obsession, dass jeder im Leben alles erreichen kann, was er will. Eignung? Zweitrangig. Mit der richtigen Gedanken- & Gefühls-Power steht einem schliesslich die ganze Welt offen – ach was, das ganze Universum!

Herbert von Karajan stieg einmal vor Jahrzehnten in Berlin in ein Taxi. Als der Fahrer seinen Gast nach dem Zielort fragte, meinte der Maestro nur: «Ganz egal, ich werde überall gebraucht.»

Heute will man mit Gedanken-Akrobatik, Affirmationen & Visualisierungen, Meditation & Mindfulness, Yoga und Ähnlichem die Grundlage schaffen, um möglichst grosse Markt- und Kunden-Segmente zu beglücken. Wäre ja soweit in Ordnung. Nur leider fehlt es vielerorts an ganz elementarer Sozial-Kompetenz. Viele sogenannte Führungskräfte sehen sich heute als Lichtgestalt, aber wir wissen mittlerweile, wie das mit Lichtgestalten so ist, nicht nur mit bayerischen, die einst einem runden Leder hinterher rannten. Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten – das kann man an jedem sonnigen Tag selber beobachten.

Manche kennen vielleicht noch das «Spaghetti-Prinzip»: Man schmeisst einen Teller schwungvoll an die Wand, schaut, was kleben bleibt – und was runterfällt & runtertropft, sollen dann bitteschön andere aufwischen …

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