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Aufräumen & Ausmisten mit Meister Morris

Have-nothing--Lisa-Congdon

«Aufräumen & Ausmisten» liegt schwer im Trend, der Zeitgeist verlangt nach Loslassen und «Sich-Befreien-von-überflüssigem-Plunder».

Es gibt Coaches wie Sand am Meer zum Thema – besonders viel Aufmerksamkeit erlangte in jüngerer Vergangenheit «Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert». Das erfolgreiche Selbsthilfe-Buch machte die japanische Beraterin Marie Kondō zur internationalen Bestseller-Autorin. Sie traf den Nerv der Zeit, indem sie die Sehnsucht ihrer vorwiegend weiblichen Leserschaft nach Magie & Lebens-Veränderung mit dem profanen Dauer-Thema Aufräumen & Ausmisten verband. Angereichert mit der nötigen Portion Wellness, Spiritualität & Esoterik – auch das bekanntlich schwer im Trend.  

Ich habe das Buch nicht gelesen – aber Hunderte von Journalistinnen & Schreiberlingen rund um den Globus haben so hingebungsvoll darüber berichtet, dass man einfach Notiz davon nehmen musste. Wie oft sah ich in den letzten Jahren Titel wie «Mein aktuelles Lieblings-Buch», «Unsere Autorin machte den Selbst-Versuch» oder «Endlich wieder zu Hause durchatmen».  

Das Thema stellt ganz offensichtlich ein Bedürfnis vieler Menschen dar, Überflüssiges aller Art loszulassen und sich von belastenden Gedanken & Gegenständen zu befreien. Weg mit den quälenden Gedanken-Mühlen und weg mit dem überflüssigen Hausrat – und rein mit der Magie, bitteschön! Man kann zum Aufräumen & Ausmisten allerlei gute Ratschläge einholen, einschlägige Artikel lesen, Bücher wälzen oder gar professionelle Hilfe ins Haus holen. Kann man alles machen. 

Muss man aber nicht, es geht auch einfacher: Mit einem brillanten Satz aus dem 19. Jahrhundert!

Er stammt aus der Feder des britischen Multi-Talents William Morris (1834 – 1896). Der vielseitig Begabte war Künstler, Kunstgewerbler, Ingenieur, Architekt, Maler, Dichter, Übersetzer, Drucker, Unternehmer und Aktivist. Er zählte zu den Gründern des «Arts & Crafts Movement» und war ein früher sozialistischer Aktivist. Im Grossraum London blieb sein Erbe in verschiedenen Museen & Wohnhäusern bis heute lebendig. «Morris & Co.» zählte zu den einflussreichsten Herstellern von Möbeln & Einrichtungs-Gegenständen der damaligen Zeit. Selbst in den Luxus-Kabinen der «Titanic» waren Morris-Wand-Bespannungen anzutreffen. William Morris hielt Schönheit für ein Grundbedürfnis und wollte Kunst & Bildung jedermann zugänglich machen.  

Morris war nicht nur ein grosser Redner, sondern auch ein unermüdlicher praktischer Schaffer. Eines seiner zahlreichen Wirkungsfelder war die Verknüpfung von Kunst & Kunst-Handwerk. Der Ästhet lehnte sich gegen Material-Wildwuchs und hässliche Designs industriell gefertigter Massenware auf, die damals immer mehr aufkamen. Schnell, billig und kurzlebig produzieren war nicht sein Credo. Er kam wohl durch die Kunst zum Sozialismus und strebte an, für jedermann erschwingliche Waren von hoher Qualität, Schönheit und Langlebigkeit herzustellen. Damals wie heute ein schwieriges Unterfangen. Ein Spagat, der letztlich auch Morris nicht wirklich gelungen ist. Aber er hat unermüdlich in diese Richtung gedacht & gearbeitet. Er war sozusagen ein früher Gegner der Wegwerf-Gesellschaft, ein Pionier der modernen Nachhaltigkeits-Bewegung. Schlechtes Design, so Meister Morris, ist laut & aufdringlich und altert schlecht. Und billig kommt uns langfristig oft teuer zu stehen.  

Als Morris mit 62 Jahren starb, diagnostizierte ein Arzt, er sei an seinem eigenen Enthusiasmus gestorben! Es waren allerdings eher fortschreitende Gicht und andere körperliche Beschwerden, die den engagierten Vorkämpfer ausbremsten. 

Aber William Morris hat uns – neben vielem anderen – einen unsterblichen Satz hinterlassen, der noch heute treffend & elegant die ganze diesbezügliche Ratgeber-Literatur zur Seite wischt: 

HAVE NOTHING IN YOUR HOUSE
THAT YOU DO NOT KNOW TO BE USEFUL
OR BELIEVE TO BE BEAUTIFUL

Behalte nur Sachen, die nützlich oder schön sind. Oder beides.

Ich habe diese einfachen, klaren Worte seit vielen Jahren zu Hause an der Wand hängen – in verschiedener Ausführung.

Mein Favorit ist immer noch diese Version von US-Künstlerin Lisa Congdon:
https://twitter.com/AVSchaffner/status/907190631424053248

Hier ein Bild des INVERSE ARCHITECTURE Magazine:
https://twitter.com/AVSchaffner/status/907191058634768384

Oder eine hübsche Variante von Notonthehighstreet Enterprises Limited:

 

 Have nothing Notonthehighstreet Enterprises Limited

 

Es gibt jede Menge Illustrationen – man könnte natürlich auch selbst eine anfertigen, passend zum eigenen Interieur!

Der grosse Vorteil eines Bildes gegenüber einem Buch oder Artikel ist das ständige Vor-Augen-haben. Die Botschaft lacht mir Tag für Tag entgegen – und ich spüre noch heute die Freude am Kunsthandwerk, an schönen Gegenständen, an der kreativen Arbeit an sich, die das Schaffen & Leben ihres Verfassers durchdrungen hat. Man glaubt eine sanfte Stimme zu hören, die einen anhält, Qualität & Nachhaltigkeit zu beachten. Und die einen behutsam daran erinnert, jenen Gegenständen, für die man sich bewusst entschieden hat, auch Beachtung zu schenken.

Und vor allem natürlich: weniger ist mehr! Denn ein ganz normaler Durchschnitts-Bürger in der westlichen Welt besitzt – oder besser gesagt hortet – rund 60‘000 Gegenstände! Woher ich das weiss? Aus zuverlässiger Quelle – ich habe vor ein paar Jahren mal nachgezählt und bin dabei auf einige interessante Zahlen & Zusammenhänge gestossen:

«60'000 Gedanken & Gegenstände»
http://www.besser-fernsehen.ch/blog/entry/60-000-gedanken-gegenstaende.html

Letztlich bunkert der Mensch – heute meist unbewusst – aus Angst vor Mangel. Die Menschheits-Geschichte ist eine lange Geschichte voller Hunger, Mangel & Entbehrungen. Erst seit Ende des Zweiten Weltkriegs, also seit knapp drei Generationen geniessen breitere Bevölkerungs-Schichten einen gewissen Überfluss (auch wenn wir das nicht immer so empfinden). Die meisten von uns haben noch nicht richtig gelernt, mit dieser Fülle umzugehen. Und immer mehr Menschen spüren, dass Überfluss und Überdruss nicht weit auseinander liegen …

Der verstorbene deutsche Feuilletonist & Schriftsteller Fritz J. Raddatz drückte es so aus: «Ich bin ein morbider Ding-Fetischist, der Zierrat als Lebens-Stütze braucht. Meine geradezu manische Schönheits-Sucht ist eine Ersatz-Handlung. Nach dem Krieg war ich eine Schwarzmarkt-Ratte, arm & verdreckt. Deshalb habe ich mich später an Spielzeuge wie meinen Porsche oder Jaguar geklammert. Heute noch kann ich mich einen ganzen Abend lang freuen an den wunderschönen Messer-Bänkchen aus weissen Elfenbein-Elefanten. Absurd, ich weiss …» Freunde warnten ihn: Du besitzt die Dinge nicht – die Dinge besitzen dich. Er wusste es – und hat am Ende ganz bewusst alles losgelassen.

Auch jenseits des Atlantiks setzt man sich seit den 70er Jahren zunehmend kritisch mit dem Thema auseinander. Hier ein wunderbar zeitloser Kommentar zum Thema überflüssiger Krempel bzw. «Stuff» aus dem Jahre 1981:

«George Carlin – A place for my stuff» (englisch, 5 Minuten)
https://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=JLoge6QzcGY 
«Their stuff is sh!t – but your sh!t is stuff!»

Die meisten von uns haben zu viel unnützen, unschönen, überflüssigen «Stuff» zu Hause herumstehen und möchten Gegensteuer geben. Na dann!  

Hängen Sie erst einmal das Morris-Zitat an die Wand bzw. einen gut sichtbaren Ort. Ich hab’s vor Jahren erfolgreich ausprobiert. Ich bin zwar nicht der klassische Horter von Gegenständen, bei mir türmten sich nie Möbel, Geräte, Waren, Klamotten, Schuhe, Schmuck etc. Dafür sammelten sich Berge von «Papier» in jeder Form an: Ordner, Mäppchen, Bücher, Artikel, Texte, Admin und so weiter und so fort. Viel zu viel von allem. Mental erdrückend, erschlagend – irgendwann begann jeder Blick auf die Papier-Berge zu nerven. Es wurde Zeit für Meister Morris:

HAVE NOTHING IN YOUR HOUSE
THAT YOU DO NOT KNOW TO BE USEFUL
OR BELIEVE TO BE BEAUTIFUL

Hängt das prominent an der Wand, setzt sich langsam etwas in Bewegung:

Nützlich – schön … nützlich – schön … schön nützlich …

Im Gedanken erst – aber langsam kommt etwas ins Rollen …
Im Kleider-Schrank, auf dem Bücher-Gestell, im Leben …
Man will der neuen Erkenntnis gerecht werden.
Zumindest mal einen Anfang machen.

Man könnte mit einem einfachen Schritt anfangen: Alles reparieren (lassen), was nicht mehr funktioniert – und was man behalten möchte. Re-use vor Re-cycling. Aber wenn’s weg muss – weg damit! Auch im Feng Shui – dem wir uns hier nicht weiter widmen – stellen die ersten Schritte profanes Reparieren defekter Gegenstände und Aussortieren überflüssiger Sachen dar.

Wagen wir uns also Schritt für Schritt ans Ausmisten in den entsprechenden Wohn-Bereichen. Ein verregnetes Wochenende für die Kleider-Schränke beispielsweise. Was man jahrelang nicht getragen hat, wird man wohl auch künftig nicht mehr tragen. So long, alte Klamotten, die weniger anmutig gealtert sind als wir selbst! Und was für eine Freude, anschliessend die verbleibenden Stücke farblich zu sortieren (oder saisonal oder wie auch immer – es muss nur für einen selber stimmen). In einem plötzlich viel luftiger gewordenen Kleiderschrank … Dafür würde ich sogar persönlich vorbeikommen und Hand anlegen!

Nützlich – schön … nützlich – schön …

Wir müllen uns gerne zu mit einer Unmenge von Gegenständen, die wir nur selten oder gar nicht brauchen. Viel zu viel haben wir in x-facher Ausführung. Manches liegt auch als ewig unerledigte Aufgabe herum oder weckt schlechte Erinnerungen. Viel zu viel nervt & belastet uns und zieht letztlich nur Energie & Ressourcen ab. Eine ständige Belastung, von der wir uns trotzdem nur schwer trennen können.

Nützlich – schön … nützlich – schön …

Fünf Kleider-Schränke und nichts anzuziehen? Eine prall gefüllte Tiefkühl-Truhe für die nächste Hungersnot? Wer weiss, vielleicht können wir Geschirr-Service Nummer fünf oder diese vielen alten Klamotten, in die wir kaum mehr reinpassen, doch noch einmal gebrauchen. Im nächsten Leben oder so … Und der Ex war zwar ein A*sch, aber auf diesen vielen Fotos lächelt er doch so süss. Und seine Briefe – holprig & verlogen, aber doch kein Altpapier, also bitte. Und vielleicht kommen ja auch diese neon-farbenen Stirnbänder aus den 80er Jahren wieder mal in Mode. Sind diese vielen Ohr-Klunker wirklich mal getragen worden? Und was ist wohl alles drin in den zahlreichen Schrank-Fächern, Schubladen, Boxen & Schachteln? Aha, eine Kiste alte Schminke, was für ein toller Nährboden für jede Menge Keime. Und tonnenweise Deko-Kram, die einzelnen Stücke glitzern & funkeln um die Wette. Und diese vielen Kinder-Zeichnungen & Bastel-Arbeiten konnten uns zwar nie richtig begeistern – aber die Kleinen haben sich doch sooo viel Mühe gegeben. Klo-Rollen, eigenhändig umhäkelt. Und Tier-Figürchen aus Kastanien & Zahnstochern – wie kreativ. Und ach, diese Polaroid-Kameras – gibt’s zwar längst keine Filme mehr für, aber all die Erinnerungen … Und schau mal, diese bunten Souvenirs, die wollten wir doch längst weiterschenken, warum sind die noch hier? (zur Erinnerung: «zu verschenken» kommt aus dem Indianischen und bedeutet «zu faul, es zu entsorgen»).

Nützlich – schön … nützlich – schön …

Und die lückenlos seit Anfang 90er Jahre aufbewahrten Rechnungen & Quittungen – wer weiss, vielleicht müssen wir die noch irgendwo, irgendwann mal vorlegen. Vielleicht vor dem Jüngsten Gericht, man kann nie wissen. Und all die vielen Magazine & Artikel aus den letzten Jahren haben wir doch nicht mühsam gesammelt, um sie jetzt einfach wegzuschmeissen, aber hallo!

Nützlich – schön … nützlich – schön …

Plötzlich schaut man gewisse Dinge mit anderen Augen an und realisiert, dass weniger oft tatsächlich mehr ist. Dass wir den dreissigsten Lidschatten oder das dreissigste elektronische Spielzeug vielleicht nicht mehr unbedingt brauchen. Dass wir die Bohr-Maschine auch beim Nachbarn ausleihen können – einmal in zwei Jahren. Und diese Ecke im Schlafzimmer wollten wir doch schon lange ausmisten. Und die Papier-Berge im Büro dürften auch ein bisschen übersichtlicher sein … Und der Keller erst …

Nützlich – schön … nützlich – schön …

Und warum nicht einmal gründlich Jagd machen auf belastende Andenken & Staubfänger …

Nützlich – schön … nützlich – schön …

Dann erfreuen wir uns auch wieder an schönen, nützlichen, inspirierenden Dingen. Wir sind viel motivierter, die verbleibenden Gegenstände übersichtlich zu ordnen und ansprechend in Szene zu setzen. Man wird kreativ, will gestalten, verschönern, Wohlfühl-Bereiche schaffen. Man nimmt wieder bewusst Dinge wahr, die vorher mehr oder weniger untergegangen sind. Zwischen allerlei «Kram» und «Stuff» zeichnen sich wieder einzelne «Gegenstände» ab, die man neu zu schätzen lernt.

Einzelne schöne Stücke kommen ohnehin viel besser zur Geltung, wenn man das Heim nicht mit Möbeln, Dekoration & Co. überfrachtet. In meinem Wohnzimmer beispielsweise stand ich unlängst (nach einem Umzug) vor der Frage, einen grossen Tisch und eine Sofa-Ecke mit Fernseher reinzustellen – oder mich für das eine oder andere zu entscheiden, da das Zimmer zwar hübsch, aber nicht allzu gross ist. Hier meine Lösung (ich habe dabei in der Tat an William Morris gedacht, der schön gefertigte rustikale Holz-Möbel sehr zu schätzen wusste – und ich hab’s gewiss nicht bereut):

 

 IMG 2017

 

Es geht nicht darum, den letzten Kitsch aus dem Heim zu verbannen. Kitsch-frei ist nicht das Ziel – sondern Kitsch-arm. Auch eine angenehme «Leere» braucht ein bisschen Wärme, und Stil gewinnt bekanntlich durch kleine Stil-Brüche. Aus persönlicher Erfahrung lebt es sich am angenehmsten mit ein bisschen ausgewähltem Kitsch, nicht zu viel – sonst «kippt» das Ganze und beginnt rasch zu nerven. Hier eine kleine «Kitsch-Ecke» bei mir zu Hause (anfänglich Weihnachts-Deko, jetzt leuchten die Glubsch-Augen ganzjährig):

 

 IMG 2009

 

In Zusammenhang mit Aufräumen & Ausmisten wird gerne von einer neuen «Leichtigkeit» gesprochen, von einer Last, die abfällt. Von einer spürbaren Befreiung & Erleichterung. Diese Binsen-Weisheit stimmt. Man fühlt sich tatsächlich mit jeder Etappe ein bisschen leichter & befreiter – es ist allemal einen Selbst-Versuch wert.  

Man wird das «Ziel» – nur nützliche und/oder schöne Dinge – zwar nie erreichen, aber man bewegt sich in eine stimmige Richtung. Man wird nie «fertig», kommt nie an, aber der Weg wird bewusster & beschwingter.

Es geht natürlich nicht darum, Platz zu schaffen für jede Menge neuen Kram – sondern um eine echte Reduktion aufs Wesentliche. Und damit auch um den überstrapazierten Begriff «Loslassen». Ein Thema für allerlei Missverständnisse und falsche Erwartungen. Loslassen hat viel zu tun mit einer gewissen mentalen Distanz zu uns selbst und unseren überfrachteten Identitäten – und weniger mit «aktivem Loslassen».

Hier finden allenfalls Interessierte nützliche Anregungen rund ums Thema Loslassen:

«Loslassen – Königs-Disziplin im Modernen Esoterischen Fünfkampf!» 
www.besser-fernsehen.ch/blog/entry/loslassen-koenigs-disziplin-im-modernen-esoterischen-fuenfkampf.html

Das trendige «Decluttering», also Entrümpeln betrifft natürlich nicht nur die materielle Ebene, sondern genauso auch die mentale, digitale, emotionale, spirituelle etc. Kerry Thomas erinnert uns hier unter anderem daran, dass es sich bei «Clutter» zumeist um aufgeschobene Entscheidungen handelt:

«Kerry Thomas – From Clutter to Clarity» (englisch, 11 Minuten)
https://www.youtube.com/watch?v=CrsdoIOGCRw

Besitz per se ist nichts Negatives – solange der Besitz bereichert (nicht primär materiell), solange wir Wohlstand sinnvoll einsetzen und auch teilen können. Materielle Dinge per se sind neutral – wir sind es, die ihnen einen Sinn geben oder eben nicht. Wir sind es, die einen Kauf-Entscheid treffen oder nicht. Wir sind es, die bewusst mit etwas umgehen – oder eben nicht.

Kaufen & Konsumieren ist letztlich Abstimmen. Abstimmen geschieht am Supermarkt-Regal bzw. generell beim Einkaufen & Konsumieren – viel mehr als an irgendwelchen Urnen.

Wir bewegen uns langsam von einer objekt-fixierten Gesellschaft hin zu einer erlebnis-orientierten Gesellschaft. Erlebnisse aller Art werden weiter an Bedeutung gewinnen. Aber wir müssen uns natürlich noch lange mit Unmengen von überflüssigem Kram herumschlagen.

Sokrates soll schon vor rund 2'500 Jahren beim Gang über den Markt von Athen gesagt haben: «Ich sehe mit Freude, wie viele Dinge es gibt, die ich nicht benötige!»

Gutes Aufräumen & Ausmisten allerseits!

 

 

PS: Mehr über William Morris in Wort & Video:
http://www.thebookoflife.org/the-great-philosophers-william-morris/ 
https://www.youtube.com/watch?v=QiNFoJqOJhs 

 

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«Kalkofes Mattscheibe/Rekalked» – Jugend-Wahn